KHVVG mit Identity & Access Management erfolgreich umsetzen
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) markiert einen tiefgreifenden Umbau der stationären Versorgung in Deutschland. Neue Leistungsgruppen, veränderte Vergütungsmodelle und erhöhte Qualitätsanforderungen führen zu einem deutlich höheren Steuerungs-, Nachweis- und Prüfdruck für Krankenhäuser.
Damit rückt die IT – und insbesondere ein leistungsfähiges Identity & Access Management (IAM) – in den Mittelpunkt der Reformumsetzung. Nur wenn digitale Identitäten, Rollen, Qualifikationen und Zugriffsrechte konsistent, sicher und prüfbar verwaltet werden, lassen sich die Ziele des KHVVG wirtschaftlich und regelkonform erreichen.
KHVVG: Reformziele mit direkten Auswirkungen auf die Krankenhaus-IT
Im Fokus des KHVVG steht der Wandel hin zu einer qualitäts- und bedarfsgerechten Versorgung. Ziel ist es, Fehlanreize der bisherigen DRG-Logik zu reduzieren, wirtschaftlichen Druck auf Krankenhäuser zu mindern und gleichzeitig die Versorgungssicherheit nachhaltig zu gewährleisten.
Bund und Länder unterstützen die hierfür notwendigen Transformations- und Investitionsprozesse über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeinsam mit bis zu 50 Milliarden Euro.
Diese Mittel dienen der strukturellen Modernisierung der Krankenhauslandschaft und der Anpassung an neue Versorgungs- und Vergütungsmodelle. Die vollständige Umstellung auf das neue Vergütungssystem ist schrittweise bis 2029 vorgesehen.
Warum IAM für die Umsetzung des KHVVG unverzichtbar ist
Die Reform verknüpft medizinische Leistungen, Finanzierung und Qualität enger als je zuvor. Daraus ergeben sich konkrete IT-Anforderungen:
- Nachweis, welches qualifizierte Personal welche Leistungen erbringen darf
- Sichere, revisionsfeste Zugriffssteuerung auf klinische und administrative Systeme
- Integration externer Akteure in sektorenübergreifenden Versorgungsmodellen
- Einhaltung steigender Compliance- und Sicherheitsvorgaben (u. a. NIS2, B3S)
Ein modernes IAM fungiert dabei als zentrale Steuerungsinstanz, die Organisation, IT-Sicherheit und regulatorische Anforderungen miteinander verbindet.
Zentrale Inhalte des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes
Leistungsgruppen und Qualitätskriterien
Ein Kernbestandteil des KHVVG ist die Einführung von bundeseinheitlichen Leistungsgruppen. Diese strukturieren das Krankenhausangebot von der wohnortnahen Grundversorgung bis hin zu hochspezialisierten medizinischen Leistungen.
Mit der Einführung bundeseinheitlicher Leistungsgruppen werden medizinische Angebote klar strukturiert. Die Zuweisung ist an definierte Qualitätskriterien wie Facharztqualifikationen, personelle Mindestbesetzungen und technische Ausstattung gekoppelt.
Relevanz für IAM: Krankenhäuser müssen nachvollziehbar abbilden können, dass nur entsprechend qualifiziertes Personal Zugriff auf leistungsgruppenspezifische IT-Systeme erhält. Rollenbasierte Zugriffskonzepte (RBAC) und automatisierte Benutzer-Lifecycle-Prozesse sind hierfür essenziell.
Vorhaltepauschalen und neue Vergütungslogik
Ein wesentlicher Reformschritt ist die Einführung von Vorhaltepauschalen, über die künftig ein erheblicher Teil der Krankenhauserlöse abgegolten werden soll.
Die Einführung von Vorhaltepauschalen entkoppelt Erlöse teilweise von Fallzahlen und bindet sie stattdessen an die dauerhaft erfüllte Vorhaltung definierter Leistungsgruppen.
Relevanz für IAM: Vergütung und Qualität hängen unmittelbar davon ab, dass Berechtigungen, Qualifikationen und Systemzugriffe konsistent dokumentiert und prüfbar sind. IAM schafft die Grundlage für belastbare Nachweise gegenüber Planungs- und Aufsichtsbehörden.
Level-1i-Krankenhäuser und sektorenübergreifende Versorgung
Das KHVVG führt mit den Level-1i-Krankenhäusern einen neuen Versorgungstyp ein, der insbesondere die wohnortnahe medizinische Basisinfrastruktur sichern soll. Diese Einrichtungen kombinieren ambulante und stationäre Leistungen unter einem Dach und stärken die sektorübergreifende Versorgung.
Level-1i-Krankenhäuser sollen ambulante Leistungen und Operationen gemäß Sozialgesetzbuch sowie pflegerische Angebote erbringen. Im stationären Bereich sind zudem Leistungen der Inneren Medizin und der Geriatrie vorgesehen. Zudem sollen sie die Koordination zwischen Versorgungssektoren verbessern und die medizinische Grundversorgung insbesondere in strukturschwächeren Regionen stabilisieren.
Relevanz für IAM: Externe Partner, mobile Arbeitsplätze und gemeinsam genutzte Systeme erhöhen die Komplexität der Zugriffssteuerung erheblich. IAM ermöglicht die sichere Einbindung externer Akteure ohne Kontroll- oder Sicherheitsverlust.
Bürokratieabbau und organisatorische Entlastung
Begleitend zur Struktur- und Finanzreform adressiert das KHVVG den Abbau administrativer Belastungen. Vereinfachte Prüf- und Steuerungsmechanismen sowie neue Planungs- und Vergütungslogiken sollen Dokumentations- und Verwaltungsaufwände reduzieren. Gleichzeitig verfolgt das Gesetz das Ziel, Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Qualitätssicherung systematisch zu stärken.
Relevanz für IAM:Automatisierte Benutzerverwaltung, Single Sign-On und kontextbasierte Authentifizierung reduzieren manuelle Prozesse, vermeiden Fehler und entlasten medizinisches Personal im Alltag.
Digitalisierung als Erfolgsfaktor des KHVVG
Die Umsetzung der Reformziele erfordert eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Neue Vergütungsmodelle, Leistungsgruppen und Qualitätsnachweise erhöhen die Anforderungen an Datenintegrität, Interoperabilität, IT-Sicherheit und Zugriffssteuerung in Krankenhäusern deutlich.
Insbesondere im Kontext neuer Berichts- und Abrechnungsmodelle gewinnt ein konsistentes Identitäts- und Berechtigungsmanagement (IAM) im Krankenhaus an Bedeutung. Nur wenn medizinisches Personal, externe Dienstleister und IT-Systeme sicher, schnell und regelkonform auf digitale Anwendungen zugreifen können, lassen sich Effizienzgewinne mit Datenschutz- und Compliance-Anforderungen vereinbaren.
Strategisches Identity Management: Die Antwort der IT auf die KHVVG-Anforderungen
Für die IT-Leitung bedeutet das KHVVG vor allem eines: Erhöhter Prüfdruck bei gleichzeitigem Zwang zur Prozessoptimierung. Da die Zuweisung von Leistungsgruppen an strikte personelle und technische Qualitätskriterien gebunden ist, muss die IT in der Lage sein, diese Berechtigungslogiken revisionssicher abzubilden. Ein modernes Identity and Access Management (IAM) fungiert hier als zentraler Hebel, um den administrativen Overhead zu minimieren: Durch automatisierte User-Lifecycles und rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) stellen Sie sicher, dass Facharzt-Qualifikationen direkt mit den entsprechenden Systemzugriffen verknüpft sind – ein entscheidender Faktor für die KHVVG-Compliance. In der neuen sektorenübergreifenden Versorgung (Level-1i) ermöglicht IAM zudem, dass externe Partner ohne Sicherheitsrisiken integriert werden können.
Neue Vergütungsmodelle und Qualitätsnachweise erhöhen zudem die Anforderungen an Datenintegrität und Zugriffssteuerung. Im Rahmen von NIS-2 rückt zudem die Sicherheit der Lieferkette und das Privileged Access Management (PAM) in den Fokus. Ein konsistentes Identitäts- und Berechtigungsmanagement (IAM) wird damit zur Pflichtaufgabe, um sowohl die KHVVG-Nachweise als auch die gesetzlichen Vorgaben zur Cybersicherheit zu erfüllen.
Wie Imprivata Krankenhäuser im KHVVG-Kontext unterstützt
Imprivata ist auf digitale Identitätslösungen im Gesundheitswesen spezialisiert und unterstützt Krankenhäuser dabei, digitale Arbeitsabläufe zu etablieren.
Maßnahmen sind darauf ausgelegt, klinische Prozesse zu beschleunigen, Sicherheitsrisiken zu reduzieren und regulatorische Anforderungen wie den Branchenspezifischen Sicherheitsstandard (B3S) im Gesundheitswesen zu erfüllen.
Zentrale Anwendungsbereiche im Kontext des KHVVG sind unter anderem:
- Sicherer und schneller Zugriff für Mitarbeitende durch Single Sign-On und Multi-Faktor-Authentifizierung – auch an gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen
- Unterstützung mobiler Arbeitsweisen auf Tablets und Shared Devices in Klinik und Pflege
- Kontrollierter Drittzugriff für externe Dienstleister mit granularen Berechtigungen und vollständiger Protokollierung mittels Vendor Privileged Access Management.
- Transparente Auswertungen zur Nutzung von IT-Systemen und zur Identifikation organisatorischer Optimierungspotenziale
KHVVG und IAM gehören untrennbar zusammen
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz markiert einen grundlegenden Wandel in der deutschen Krankenhauslandschaft. Qualität, Planungssicherheit und Effizienz rücken stärker in den Fokus und gehen mit neuen Anforderungen an Organisation, Prozesse und IT einher.
Moderne IAM-Lösungen für das Gesundheitswesen leisten dabei einen unterstützenden Beitrag. Sie helfen Krankenhäusern, die Zielsetzungen des KHVVG umzusetzen und gleichzeitig Vorgaben aus angrenzenden Regelwerken wie NIS2, KHZG und B3S zu adressieren.
Im operativen Alltag ermöglichen sie effizientere Abläufe und stärken Sicherheit und Compliance. Digitale Identitäten werden damit zu einem zentralen Baustein einer zukunftsfähigen, qualitativ hochwertigen Krankenhausversorgung.